Kanaillen-Tour 2017 – Logbuch-Eintrag Nr. 2

Siehe: http://lappalie-band.de/die-bremer-stadtmusikanten/

Eine Landschaft aus Zelten und auf dem Boden überall unverdaute Nudeln. Leo lässt aus Versehen ein Mikro fallen, welches dabei kaputt geht. Er versucht die mit Erbrochenem beschmierten Einzelteile davon wieder zusammenzusetzen, woraus jedoch eine Brille statt des vorherigen Mikros entsteht.

Soviel zu Leos Traum. Die Realität ist nur halb so skurril:

Gestern deckten sich vor der Fahrt nach Bremen noch alle von uns in Hamburgs Musikbunker mit dem hicesten shice aus der Musiktechnikbranche ein – außer Marv, der immer noch nicht glauben kann, dass der vermutlich größte Musikladen Norddeutschlands keine Akustikbass-Saiten vorrätig hat. Geradezu skandalös! Dank Hennings Fahrkünsten erreichten wir dann jedenfalls sicher gegen Nachmittag Hamburgs kleine Schwester: Bremen.

Wir dachten, wir machen uns mal ein bisschen warm, und stellten uns auf den Bahnhofsvorplatz, um die Passanten ein wenig zu erheitern. Dankeschön an alle, die zugehört und vielleicht sogar eine CD mitgenommen haben. Wir fühlten uns in Bremen sofort sehr willkommen geheißen. Sogar die Polizei fuhr lächelnd vorbei, anstatt uns die örtlichen Gepflogenheiten zu erklären, wie sie das ja sonst gern mal machen. Nett von ihnen, uns in Ruhe zu lassen! Und dann ging’s auch schon weiter zur Konzertlocation.

Erle 31, es war wundervoll bei euch! Vielen Dank an alle Tanzwütigen und Folkbegeisterten vor Ort und danke vor allem an die super nette Crew! Das Konzert war sehr spaßig und Lorenz sorgte für eine gelungene Einstimmung, indem er zu Beginn ein paar Songs spielte. Vermisst haben wir allerdings das Mädchen mit dem Fahrrad, welches sich uns nachmittags bei dem Straßenmusik-Gig am Bahnhof anguckte. Ein cycle-circle-pit wäre noch das i-Tüpfelchen gewesen. Die Aftershow-Party bestand vor allem aus vielen schönen Gesprächen, Haselnuss-Schnaps (der uns aufgrund seines Geschmacks nach Monte-Joghurt in unsere Kindheit zurückversetzte) und einer kleinen Jamsession mit dem Besten, was unsere betrunkenen Gemüter noch an Punk- und anderen Klassikern hervorbrachten (Erkenntnis des Abends: Wenn Leo seine sentimentalen Songs rausholt, hält Marv nix mehr!)

Heute dann endlich mal ausgeschlafen! Die Unterbringung war ein Rundum-Sorglos-Paket: bequeme Schlafplätze, Duschmöglichkeit, Frühstück und eine Bukowski-Lektüre, die durchweg angeheitert-verstörte Gemüter hinterließ (Simi: „Ab jetzt schockt mich nichts mehr!“) Der heutige Tag begann mit einem Frühstück im idyllischen Garten Eden (d.h. dem Hinterhof von Lorenz‘ WG) unter dem Eindruck einer strahlenden Sonne, deren Helligkeit unseren verkaterten Augen einiges abverlangte. Nach den zahlreichen von Torben in äußerster Perfektion vorgetragenen Klaviersonaten starteten wir die Tour nach Groningen (die Bremer Verkehrsführung ist übrigens total für’n Arsch…), wo wir gerade eben ankamen und schon jetzt vollkommen geflasht sind von diesem schönen Ort mit dem Namen Wolkenfabrik. Doch dazu dann morgen mehr!

Leider mussten wir uns übrigens von unserer Starfotografin, inoffiziellen Tourmanagerin und Erziehungsberechtigten Kayleigh verabschieden – sie flog letzte Nacht nach London. Die Lappalie-Krabbelgruppe ist also von nun an auf sich allein gestellt. Mal gucken, wie lang das gut geht…